Geschichte der FF Vitis

Auszug aus der Festschrift „120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Vitis, 1878 - 1998"

(verfasst von OLM Walter Brunner, Vitis)

Die Gründung der FF Vitis erfolgte zu einem Zeitpunkt, als es in zahlreichen Städten und Märkten Niederösterreichs zur Bildung von Vereinigungen mit der Aufgabe zur organisierten Feuerbekämpfung kam (Schrems 1870, Waidhofen/Thaya 1871, Gmünd 1874, Schwarzenau 1885). In den Städten gingen diese Feuerwehren vielfach aus dort bereits bestehenden Turnvereinen hervor (Krems 1861). Ebenso gab es wohlwollende Förderer unter den Gutsbesitzern, z.B. den Reichsratsabgeordneten Georg Ritter von Schönerer auf Schloß Rosenau, welche den neu entstandenen Vereinen auch finanziell weiterhalfen.

1870 wurde in NÖ das Feuerpolizei-Gesetz erlassen. Aber schon einer Verordnung des Kreisamtes Krems vom Jahre 1782 zufolge, waren die Pfarren, Guts- und Freihöfe zur Anschaffung von Feuerlöschgeräten verhalten worden. Den seit dem Mittelalter verwendeten Handspritzen folgte nun bald die Bereitstellung von Pferdegezogenen, vierrädrigen Druckspritzen. Der Markt Vitis besaß seit 1813 ein solches Feuerlöschgerät.

Grobem Unverstand fiel diese, sowie zwei weitere Saug-Druckspritzen aus den ersten Jahrzehnten der FF Vitis, in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts zum Opfer. Den unmittelbaren Anlass zur Bildung unserer Wehr dürften wahrscheinlich Brandkatastrophen in der Umgebung (Schrems 1871, Waidhofen/Thaya 1873), aber auch die noch frische Erinnerung der Vitiser an das Jahr 1852, gegeben haben. Am 7. September kam es damals infolge einer Brandstiftung zu einem Großbrand, dem im Markt Vitis 45 und in Gadorf 11 Häuser zum Opfer fielen. Zwei Tage später brach abermals Feuer aus, welches fast alle noch stehenden Häuser in beiden Ortsteilen einäscherte. Nur 10 Gebäude („Spital" und Teile der heutigen Bahnhofstraße) blieben verschont. Die Kirche konnte gehalten werden, Pfarrhof und Schule aber wurden ein Raub der Flammen.

In Vitis (Markt und Gadorf) entstand die Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1878. Die Wirren am Ende des Zweiten Weltkrieges (Mai 1945) brachten den Verlust fast aller schriftlichen Unterlagen mit sich. Aus der ersten Zeit des Bestehens unserer Wehr blieb lediglich eine „Stammliste" (Mitgliederverzeichnis bis 1952 reichend) erhalten.

Die ersten Eintragungen erfolgten mit 1. Oktober 1878. Anlässlich der Übersiedlung in das damals „neue Feuerwehrhaus" im Gemeindehof (am 9. Juli 1970) kam auf dem Dachboden der bisherigen Remise (heute Aufbahrungshalle) unter Gerümpel und Altpapier neben einer Karrenspritze auch ein „Tagebuch für Einläufe, Meldungen und alle Vorfallenheiten bei der freiwilligen Feuerwehr Vitis, Bez. Schrems" zum Vorschein. Die Eintragungen in diesem Buch beginnen

allerdings erst mit Februar 1889 und enden im August 1902. Die Tätigkeit der Vitiser Feuerwehr in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens lässt sich aus diesen beiden Schriftstücken nur annähernd darstellen.

Laut Stammliste sind am 1. Oktober 1878 39 Männer aus Vitis und Gadorf Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr geworden. Das Durchschnittsalter dieser „Löschmannschaft und Steiger nebst 2 Hornisten" betrug ca. 28 Jahre. Der Kommandant (Hauptmann) dürfte von 1878 bis 1881 der Wagnermeister Rössl (Rößler) aus Vitis gewesen sein.

Seitens der Gemeinde wurde der Gründung der Wehr offenbar keine besondere Bedeutung zugemessen. In den Gemeinderatsprotokollen jener Zeit scheint die erste Erwähnung im Jahre 1884 auf Hiebei handelt es sich um den Beschluß über eine Zuweisung an die Feuerwehr in der Höhe von 206 fl. (= Gulden) 33kr. (= Kreuzer) zur Bezahlung von Schulden. Das Gerätehaus wurde wahrscheinlich kurz nach der Gründung der Wehr auf Kirchengrund erbaut.

Ebenfalls 1884 ist über Antrag von Herrn Rößler der Getreidehändler Emanuel Rind (heute Hauptplatz 29) aufgefordert worden,,,.... den Schüttboden über der Feuerremise nicht übermäßig zu belasten, da infolge eines Durchbruches die darunter befindlichen Spritzen und Geräthschaften ruiniert würden ...(Originalzitat)...". An Feuerlöschgeräten werden neben der alten Marktspritze von 1813 (nur mehr selten in Verwendung) eine große und eine kleine Fahrspritze sowie der 1889 angekaufte (380 fl.) zweirädrige Hydrophor (= Saug-Druckspritze) erwähnt. Sämtliche Spritzen mussten durch menschliche Muskelkraft betrieben und mittels Pferdegespann zum Einsatzort gebracht werden. Mit Ausnahme der alten Marktspritze waren alle als Saug-Druckspritzen ausgelegt. Auch die noch erhaltene Karrenspritze, welche nur gelegentlich zum Einsatz kam. Feuerhacken und hölzerne Feuerleitern verschiedener Bauart und Länge gehörten selbstverständlich zur Ausrüstung der Feuerwehr.

Um die Entwicklung und die Tätigkeiten der einzelnen Wehren aufeinander abzustimmen, war es im Waldviertel ab 1885 innerhalb der Gerichtsbezirke zum Zusammenschluss zu Berzirksfeuerwehrverbänden (BFV) gekommen. Diese BFV stellten die Vertretung der ihnen angehörenden Freiwilligen Feuerwehren gegenüber Ämtern und Behörden dar. Wann die FF Vitis sich dem BFV Schrems anschloss ist nicht bekannt. Im „Tagebuch" finden wir unter 28. August 1889 einen Hinweis auf die erfolgte Einzahlung des Bezirks- und Landesverbandsbeitrages. Mit gleichem Datum scheint auch eine Einzahlung in einen schon zu dieser Zeit existierenden Feuerwehrunterstützungsfonds auf

Die Tätigkeit der FF Vitis umfasste in erster Linie die Brandbekämpfung im Ort selbst, aber auch Einsätze in der näheren und weiteren Umgebung (Seyfrieds, Gr. Haselbach, Gr. Globnitz usw.) waren keine Seltenheit. Brände in der damaligen Zeit erreichten bedingt durch Baumaterial und Bauweise häufig solche Ausmaße, dass auch von weiter her anfahrende Feuerwehren noch zum Einsatz kamen. Die Verständigung einerseits durch Boten, aber auch schon über den Telegraph (Bahn, Post) war üblich. Manchmal ist man jedoch nur gesichtetem Feuerschein nachgefahren. Alarm bliesen die Hornisten. Seit 1891 fand zusätzlich ein noch vorhandenes Nebelhorn Verwendung. In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist der Brand in Vitis/Gadorf, welcher am 7. Juli 1897 um 22.30 Uhr in der Scheune des Herrn Lambert Winkler (heute Heidenreichsteiner Straße 6, Bauer Ferdinand) ausbrach. Sämtliche angrenzenden Wirtschaftsgebäude sowie die Dächer der Wohnhäuser fielen den Flammen zum Opfer. Davon betroffen waren nach heutiger Nummerierung die Häuser: Heidenreichsteiner Straße 1 -7 sowie in der Schremser Straße 8 und 9.

Die FF Vitis konnte unter Mithilfe von 7 Feuerwehren aus der Umgebung eine noch größere Brandkatastrophe verhindern. Aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses ist ab 1886 während der großen Jahrmärkte in Vitis von der örtlichen Feuerwehr Feuerwache gehalten worden. Diese dauerte in der Regel von 04.00 Uhr bzw. 05.00 Uhr früh bis abends 22.00 Uhr. Mitunter hatte man vorbeugend an den Wasserentnahmestellen (Jaudlingbach, Radlbrunnen, Brunnen beim Scherzer, heute GH Kainz) die Spritzen, auch die Karrenspritze, in Stellung gebracht. Regelmäßige Übungen und die Teilnahme an kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten waren selbstverständlich. Aus dem Tagebuch bei 3. September 1891 - Manöver - „Die Feuerwehr beteiligte sich deputativ und zwar mit 8 Mann an den Empfangsfeierlichkeiten in Schwarzenau bei der Ankunft Sr. Majestät unseres Kaisers."

Soweit aus den spärlichen Unterlagen ersichtlich, erfolgte die Finanzierung des Feuerwehr­betriebes teils durch Zuwendungen von Seiten der Gemeinde, andererseits flossen Geldmittel in Form von Subventionen des NÖ LANDESAUSSCHUSSES den Feuerwehren zu. Die Versicherungsanstalten leisteten ebenfalls Beiträge. Erwähnt werden auch schon unterstützende Mitglieder. Spenden und die Veranstaltung von Bestkegelscheiben trugen zur Aufbesserung der Kassenbestände bei.

Das fortschrittliche Denken der FF Vitis in diesen Tagen beweist die Herstellung eines eigenen Feuerwehrtelefones im Laufe des Jahres 1900. Nach Planung und Beratung mit den betreffenden Wehren und Gemeinden seit 1896 wurde der Anschluss an die bereits bestehende Verbindung Hirschbach - Schwarza von Vitis über Eulenbach errichtet. Diese Telefonleitung konnte am 4. Dezember 1900 in Betrieb genommen werden. Die Gemeinde Eulenbach hatte sich beim Leitungsbau sehr entgegenkommend gezeigt und aus diesem Anlass auch die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr beschlossen. Die notwendige Grundausstattung, die alte Kernreuterspritze, Schlauchmaterial und Helme samt Uniformen, wurde von der FF Vitis den Eulenbachern um den Betrag von 700 fl. verkauft. Über die weitere Entwicklung der Vitiser Feuerwehr kann infolge des Fehlens fast aller Unterlagen nur so viel berichtet werden, dass während des Ersten Weltkrieges (1914 - 1918) von 45 Mitgliedern 34 Mann zum Kriegsdienst einberufen worden waren. Soweit noch feststellbar, sind mindestens 6 Feuerwehrkameraden gefallen. Der Brandschutz musste während dieser Kriegsjahre von den älteren Feuerwehrmännern (Schutzmannschaft) wahrgenommen werden.

Die erste nach dem Weltkrieg (1919) angelegte Mitgliederliste weist wieder einen Stand von 34 aktiven Feuerwehrmännern auf Hauptmann war der Bauer Lambert Haubner (heute Hauptplatz 3). Dieser Mannschaftsstand konnte auch in den folgenden Jahren beibehalten werden. Über durchgeführte Einsätze gibt es keine Aufzeichnungen. Hervorzuheben ist 1927. In diesem Jahr kam es zum Ankauf einer gezogenen Motorspritze (noch heute vorhanden) sowie eines „Automobils" als Zugmittel. Ein zweirädriger Karren mit 2 Schlauchhaspeln dürfte ebenfalls zu dieser Ausstattung gehört haben. Die alten handbetriebenen Spritzen behielt man aber noch in Reserve. Damit war die FF Vitis zu einer der schlagkräftigsten Wehren im Bezirk (nunmehr schon Gerichtsbezirk Waidhofen/Thaya) geworden.

Wahrscheinlich aus organisatorischen Gründen, verbunden mit diesen Investitionen, aber auch mit dem Ende der Amtsperiode von Hauptmann Necker hat man das 50 jährige Bestandsjubiläum der FF Vitis auf dieses Jahr vorverlegt. Aufzeichnungen darüber fehlen.

Über das weitere Wirken der FF Vitis kann aus obgenannten Gründen wenig berichtet werden. Neben dem schon zitierten Stammbuch ist aus dieser Zeit lediglich ein Brandbuch - beginnend mit 1927 - noch vorhanden.

Die FF Kaltenbach hat uns dankenswerterweise ein mustergültig geführtes Protokollbuch zur Einsichtnahme überlassen. Die darin enthaltenen Eintragungen reichen von 1925 bis 1970 und bringen die Zusammenhänge der Gründung dieser Wehr und der FF Vitis deutlich zum Ausdruck. Nachstehende Angaben sind zum Teil Originalzitate bzw. geben die Vorgänge sinngemäß wieder.

„Die Hauptversammlung der FF Vitis fasste am 6. März 1925 einstimmig den Beschluss, in Kaltenbach einen dritten Zug zu bilden."

Dieser 3. Zug erhielt von der Stammfeuerwehr Vitis die Kernreuterspritze samt ca. 80 m Hanfschläuchen beigestellt. Der Zugsführer des „Filialzuges" Kaltenbach, sowie ein Ausschussmitglied haben das Recht, mit Sitz und Stimme an allen Ausschusssitzungen der FF Vitis teilzunehmen. Bei den Wahlen der Funktionäre der FF Vitis sind alle Mitglieder des Filialzuges stimmberechtigt. Seine Zugchargen wählt der 3. Zug selbst. Die Stammfeuerwehr stellt dem 3. Zug auch die notwendigen Ausrüstungsgegenstände für die Mannschaft zur Verfügung. Ein Vorkaufsrecht darauf wird eingeräumt. Die zwei jährlich vorgeschriebenen Hauptübungen werden gemeinsam - abwechselnd in Vitis und Kaltenbach - abgehalten.

Im Stammbuch der FF Vitis wird 1925 die Filiale Kaltenbach mit einem Stand von 13 Mann ausgewiesen. Zum Zugsführer hatte die Mannschaft des 3. Zuges Herrn Anton Weichselbraun, geb. 1881, gewählt.

Bei der am 8. Jänner 1931 auf Wunsch des Filialkommandos durchgeführten außerordentlichen Vollversammlung der FF Vitis wurde beschlossen, den 3. Zug aus der Stammfeuerwehr auszu­gliedern und die Gründung einer eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Kaltenbach vorzunehmen.

Wie 1925 vereinbart, ging die Mannschaftsausrüstung in den Besitz der neuen Wehr über. Die Kernreuterspritze blieb weiterhin im Besitz der FF Vitis, wurde aber der FF Kaltenbach leihweise überlassen. Der zweirädrige Hydrophor, seit Dezember 1927 ebenfalls in Kaltenbach stationiert, ist wieder nach Vitis überstellt worden. Die 1. Hauptversammlung (Gründungsversammlung) der FF Kaltenbach fand am 5. März 1931 im Beisein des Bezirkskommandanten, Dir. Eberl, statt. Nach Feststellung der nunmehrigen Eigenständigkeit wurde der bisherige Zugsführer, Herr Anton Weichselbraun, einstimmig zum Hauptmann der FF Kaltenbach gewählt. Ein weiterer Beschluss dieser Gründungsversammlung betraf den Ankauf einer Motorspritze E 35 von der Firma Konrad Rosenbauer.

Am 2. Juni 1934 verunglückte bei einem Großbrand (5 Häuser) in Kaltenbach der Feuerwehrmann Franz Habel von der FF Vitis durch einen Stromschlag tödlich. Noch im selben Monat brannten in Kaltenbach (26. Juni) weitere 3 Häuser ab. Da Brandstiftung vermutet wurde, richtete die FF Kaltenbach eine Brandwache (je 4 Mann) ein. Die FF Vitis leistete durch Beistellung von Mannschaft Unterstützung bei dieser Maßnahme.

Soweit feststellbar galten sämtliche Einsätze seit der Gründung nur Bränden. Das Brandbuch ab 1927 weist bis 1938 einen Jahresdurchschnitt von 3,5 Brandeinsätzen (zwei davon betrafen Vitis selbst) auf. Zwischen 1938 und 1945 sind die Eintragungen nur lückenhaft geführt.

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 brachte auch für die Freiwilligen Feuerwehren tiefgreifende Veränderungen mit sich. Der Vereinsstatus fiel weg, die Wehren wurden Einrichtungen der politischen Gemeinden und der Ordnungspolizei unterstellt. Strukturänderungen im Sinne des deutschen Feuerwehrgesetzes von 1939 führten unter anderem dazu, dass die Feuerwehrfunktionäre nicht mehr gewählt, sondern durch die Behörden bestellt wurden. Der bisherige Hauptmann hieß nun Wehrführer. In Vitis war dies der Gastwirt Ignaz Bauer (heute Gasthaus Pichler).

Laut Durchführungsverordnung vom Oktober 1939 für die Feuerwehren der Ostmark stellten die Wehren eine technische Hilfstruppe für Hilfeleistungen bei öffentlichen Notständen aller Art dar. Untersagt wurde auch die Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen in Uniform. Dieses Verbot ist später für den Fall des Begräbnisses eines verstorbenen Feuerwehrkameraden aufgehoben worden. Ab 1940 sollte die Einführung neuer Uniformen (dunkelblaue Blusen, schwarze Hosen) erfolgen. Kriegswirtschaftlich bedingte Mängel ließen aber eine lückenlose Durchführung dieser Anordnung nicht zu. Die alten Uniformen konnten weiterhin getragen werden, nur die Rangabzeichen entsprachen jenen der deutschen Polizei.

Als Vorläufer unserer heutigen Unterabschnitte könnte man die 1942 gebildeten Unterkreise (8-10 Wehren) ansehen. Dem Unterkreis II - Vitis stand als Kommandant der Vitiser Wehrführer Ignaz Bauer vor.

Der Einsatz aller tauglichen Männer in der Deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945 brachte es mit sich, dass für den Feuerwehrdienst sämtliche Verwendungsfähigen, einschließlich der Hitler Jugend (ab 14 Jahren) bis zu den Feuerwehrmännern der Reserve ab dem Jahrgang 1884, herangezogen wurden.

Bei Bränden kam die Motorspritze zum Einsatz, geübt wurde aber bisweilen auch mit den alten handbetriebenen Spritzen. Die Funktion eines Luftschutzes, dessen Aufgabenbereich in der Hilfestellung nach möglichen Fliegerangriffen lag, kam in Vitis der Freiwilligen Feuerwehr zu. In den Städten bestanden eigene Abteilungen des Reichsluftschutzbundes.

Nachdem das alte Feuerwehrauto (WAF) nicht mehr verwendungsfähig geworden war, stellte die Firma Wenzl Schmalzl bei Einsätzen jeweils einen ihrer LKW zur Verfügung. Einsätze, wie ein großflächiger Brand im Schacherwald (1943) und fast zur gleichen Zeit eine Brandkatastrophe bei der Fa. Hartl in Echsenbach, dem fast das ganze damalige Werk zum Opfer fiel, stellten an unsere Wehrmänner gewaltige Anforderungen. In den Wirren des Zusammenbruches (Mai 1945) gelang es einigen beherzten Feuerwehrmännern (W. Schmalzl, L. Hochmuth, E. Silber-bauer, u.a.) eine vollständige, für damalige Zeiten hochmoderne Tragkraftspritze (TS) MAGIRUS samt Zubehör einschließlich Schaumrohr aus Wehrmachtsbeständen zu erwerben. Die nachfolgende sowjetische Besatzungsmacht richtete an den Feuerwehreinrichtungen keine wesentlichen Schäden an.

Mit dem Kriegsende war die Republik Österreich wiedererstanden und die alten gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich des Feuerwehrwesens wieder in Kraft getreten.

Den Eintragungen in der Stammliste vom 1. Jänner 1938 und vom 1. Jänner 1944 ist zu entnehmen, dass von der FF Vitis im Laufe der Kriegsjahre (1939 - 1945) 28 Mitglieder zur Deutschen Wehrmacht einrücken mussten und soweit feststellbar 7 Kameraden gefallen sind. Ab 1946 kehrten nach und nach die ehemaligen Feuerwehrmänner aus Krieg oder Gefangenschaft heim und traten zum Teil wieder in ihre alte Wehr ein.

Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte der Bahnbeamte Josef Marek die Führung der FF Vitis übernommen. Beim Brand der Vogler-Mühle (24. August 1945) soll erstmals die von der Wehrmacht erworbene MAGIRUS Tragkraftspritze zum Einsatz gekommen sein. 1946 oder 1947 wurde wieder ein eigenes Feuerwehrauto angeschafft. Es war dies ein sogenannter UNRRA­Wagen (von den amerikanischen und britischen Besatzungstruppen an österreichische Firmen bzw. behördliche Einrichtungen abgegebener Mannschafts-LKW), Marke Cheverolet 3 t. Mit diesem Fahrzeug konnte sowohl die Tragkraftspritze als auch die alte Anhängespritze befördert werden. Regelmäßig geführte Protokollbücher (Schriftführer Josef Redl) sind erst seit Oktober 1947 vorhanden.

Der Kursbetrieb in der Landes-Feuerwehrschule (damals Wiener Neustadt) war wieder aufgenommen worden, 2 Mann sollten den Maschinisten-Kurs besuchen.

Die Stammliste für 1947 weist einen Mannschaftsstand von 44 Aktiven aus. Hauptmann war Heinrich Scharf, nachdem Josef Marek am 14. Oktober aus beruflichen Gründen seine Funktion als Kommandant der FF Vitis zurückgelegt hatte.

Am 18. Jänner 1948 fand der (erste?) Feuerwehrball nach dem Kriege statt. Die für eine größere Reparatur des Mannschaftswagens notwendigen Geldmittel konnten dadurch zum Teil aufgebracht werden. Auch die alte Motorspritze war schon reparaturanfällig. Von Seiten der Gemeinde konnte unter den gegebenen Umständen keine große Hilfe erwartet werden.

In den folgenden Jahren und bis heute mussten zur Geldbeschaffung zahlreiche Feste verschiedenster Art abgehalten werden. 1. Parkfest am 4. Juli 1948. Am 15. Mai 1948 wurde wegen Benzinmangels (Benzin war damals tatsächlich Mangelware) beschlossen, die Übungstätigkeit auf Trockenübungen einzuschränken. Auch das Schlauchmaterial musste geschont werden. Bei Bränden in jenen Jahren kam hauptsächlich die MAGIRUS-TS zum Einsatz.

Die Jahre des Wiederaufbaues brachten aber auch eine Veränderung im äußeren Erscheinungsbild unserer Wehr mit sich. 1950 wurden anstatt der alten schwarzen Lederhelme die einheitlichen Leichtmetall-Spinnenhelme eingeführt. Bei den Vitiser Schneidern ließ man neue Ausgangsuniformen anfertigen. Zum Einsatz dienten noch die alten Uniformröcke. 1951 kamen die ersten Arbeitsuniformen (grüne Overalls). Ebenfalls in Betrieb genommen worden ist in diesem Jahr die erste Sirene, die bis 1994 diente.

Neben zahlreichen Übungen gab es auch erwähnenswerte Großeinsätze. Am 30. Juni 1950 war es im Schacherwald (heute Bundesforst) infolge von Selbstentzündung (große Hitze!) von dort noch seit 1945 liegender Munition zu einem gefährlichen Brand gekommen, der unter Einsatz von 11 Feuerwehren erst nach 7 Stunden zum Erlöschen gebracht werden konnte. Zu einem um 15.00 Uhr desselben Tages in Modlisch ausgebrochenen Waldbrand musste unsere Wehr mit einer Spritze vom ersten Einsatzort abrücken. Auch dieser Einsatz dauerte 3 Stunden.

16. August 1951: Ausbruch eines Brandes im Ortszentrum von Vitis (Gasthaus Alois Semper, Hauptplatz 14, Landwirtschaft und Kohlenhandel). Von der FF Vitis wurden beide Motorspritzen zum Einsatz gebracht, die handbetriebene, alte Kernreuterspritze stand in Reserve. Wasserentnahmestelle für beide Spritzen war der Brunnen unter dem heutigen Gasthaus Kainz (Hauptplatz 24), der während der folgenden 12 Stunden Wasser lieferte. Nur durch das Eingreifen von weiteren 14 Feuerwehren aus der Umgebung konnte der Brand auf ein Brandobjekt begrenzt werden.

Die Jahreshauptversammlung (JHV) am 25. November 1951 beschließt die Aufstellung einer Jugendgruppe.

Im März 1952 wurde der Malermeister Franz Drucker, welcher am 21. Oktober 1948 Hauptmann Heinrich Scharf als Kommandant abgelöst hatte, zum Bezirksfeuerwehrrat ernannt. Auf Bezirksebene fanden die ersten Feuerwehrwettkämpfe (Fistritz) statt.

Da der UNRRA-Wagen immer reparaturanfälliger geworden war, kam es mit Unterstützung von Seiten der Gemeinde zum Ankauf eines gebrauchten Mannschaftswagens LKW Opel-Blitz 1,5 t. Die Weihe dieses Fahrzeuges sowie der Magirus TS fand am 7. Juni 1953 im Rahmen des 75­(richtiger 74-)jährigen Bestandsjubläums der FF Vitis statt. Erstmals 1953 wird ein „technischer Einsatz" erwähnt. 1956 erringt die Jugendgruppe bei den Landeswettkämpfen in Waidhofen/Ybbs das Feuerwehrleistungsabzeichen (FLA) in Bronze. Die alte gezogene Motorspritze erweist sich als nicht mehr einsatzfähig. Überlegungen wegen des Ankaufes einer neuen TS werden angestellt. Die Auslieferung dieser Spritze erfolgte im April 1957 (VW 75). Juni 1957: Landesfeuerwehrwettkämpfe in Gmünd. Die FF Vitis erringt das FLA in Bronze und Silber. In der Folge werden die jährlichen Wettkämpfe fast regelmäßig besucht.

1959 ist das Feuerwehrauto nicht mehr betriebssicher. Die Firma Schmalzl und die Firma Fiedler übernehmen im Ernstfall den Transport. Im selben Jahr erfolgt ein Kommandowechsel. BFR Drucker legt nach 11 jähriger Amtsführung seine Funktion als Kommandant wegen verschiedener Unstimmigkeiten in der Wehr zurück. Ihm folgt durch Wahl Alois Buchsbaum, der aber schon nach einem Jahr zurücktritt.

Der bisherige Schriftführer Josef Redl wird am 26. Dezember 1960 anlässlich der JHV zum Kommandanten der FF Vitis gewählt. BFR Drucker erhält den Titel „Ehrenkommandant".

Die Magirus Spritze wird einer gründlichen Reparatur unterzogen, so dass nun wieder zwei Tragkraftspritzen voll einsatzfähig sind. Das bei der Firma Rosenbauer bestellte neue „Leichte Löschfahrzeug" (LLF - Opel Blitz) ist am 29. Dezember 1960 ausgeliefert worden. Die finanziellen Mittel wurden von der FF Vitis und der Gemeinde aufgebracht.

Weiters wurde der Ankauf eines Greifzuges und eines Funkgerätes überlegt. Ins Auge gefasst hat man auch die Errichtung eines Schlauchturmes beim Zeughaus. Am 12. Juli 1961 kam es zum Beschluss über den Ankauf einer Wasserstrahlpumpe. Bei der am 26. Dezember 1961 abgehaltenen JHV und der damit verbundenen Neuwahl der Funktionäre wurde Josef Redl neuerlich mit der Führung der FF Vitis betraut.

Bürgermeister Leopold Wallner spricht sich im Zuge seiner Ansprache für die Anschaffung eines Funkgerätes aus. Eine Ausschusssitzung am 13. Februar 1962 lehnt aber diese Investition ab.

Die Landesfeuerwehrwettbewerbe 1962 fanden am 29. Juni in Waidhofen/Thaya statt. Unsere Wettkämpfer erreichten die FLA in Silber und Bronze. Bei der JHV am 26. Dezember 1962 wurde der Ankauf eines Funkgerätes abermals abgelehnt. Es wurde der Beschluss zum Ankauf einer neuen Vereinsfahne gefasst.

Eine Wettkampfgruppe unserer Wehr nahm im Juli 1963 als Gastgruppe an den oberösterreichischen Landesfeuerwehrwettbewerben im Linzer Stadion erfolgreich (FLA Bronze) teil. Nachher wurde auch einmalig noch an den Landeswettkämpfen im Burgenland teilgenommen.

Die am 4. August 1963 im Rahmen eines Festes von Kaplan Anton Zinsmeister vorgenommene Weihe des LLF und der neuen Fahne wurde in den späten Nachmittagsstunden durch einen Brand in Gr. Rupprechts (Blitzschlag) jäh unterbrochen.

Anlässlich einer Ausschusssitzung am 26. Oktober 1963 kommt der von der Gemeinde beabsichtigte Umbau des Zeughauses in eine Aufbahrungshalle zur Sprache. Das Angebot des Bürgermeisters Wallner, im Hof des Gemeindehauses ein neues, den Anforderungen entsprechendes Feuerwehrhaus zu errichten, wird zurückgewiesen und Vorschläge über andere Standorte für den Neubau eingebracht. Der Ankauf eines Greifzuges einschließlich allen Zubehörs wurde beschlossen.

Anlässlich der JHV am 26. Dezember1963 kommt man überein, die bisher verwendeten Hanfschläuche nach und nach durch kunststoffbeschichtete Druckschläuche zu ersetzen. Vom Bürgermeister wird abermals der Neubau des Feuerwehrhauses im Gemeindehof ins Gespräch gebracht. Abermals erfolgte keine Zustimmung von Seiten der Mitglieder der Wehr. Die Kurse in der NÖ Landesfeuerwehrschule in Tulln werden von unseren Männern häufig besucht.

Bei der anlässlich der JHV am 26. Dezember 1964 satzungsgemäß durchgeführten Neuwahl wurde Josef Redl abermals zum Kommandant der FF Vitis gewählt. Da die Magirus Spritze nur mehr zum Auspumpen von Brunnen geeignet ist, kommt es zum Beschluss über den Ankauf einer neuen zweiten Tragkraftspritze, welche im September 1965 ausgeliefert wurde.

Die Statistik 1964 zeigt bereits ein Ansteigen der technischen Einsätze. Der Kursbesuch in der Landesfeuerwehrschule Tulln war wieder zufriedenstellend. Das Hauptthema der Jahreshaupt­versammlungen 1965 und 1966 bildete selbstverständlich der Neubau des Zeughauses. Kommandant Josef Redl wird auch bei den Wahlen am 26. Dezember 1967 (JHV) in seiner

Funktion bestätigt.

Anlässlich einer Kommandantenversammlung gibt BFR Franz Drucker zu verstehen, dass er sich nicht mehr um das Amt des Abschnittsfeuerwehrkommandanten bewerben wird. Mehrheitlich wird der Kommandant der FF Kaltenbach, Alois Nigischer, zum neuen Abschnittskommandanten gewählt. Eine am 2. Juli 1968 erfolgte Besprechung einer Abordnung der FF Vitis mit dem Bürgermeister hinsichtlich des Zeughausneubaues im Gemeindehof bringt keine Klärung. Bürgermeister Wallner will nun den Gemeinderat mit der Lösung dieses Problems betrauen. In einer Vollversammlung der Feuerwehr wird am 14. September 1968 der Gemeinderatsbeschluß über einen Neubau im Gemeindehof zur Kenntnis gebracht. Vorschläge über andere Standorte waren abgelehnt worden. In der Folge meldete der Großteil der aktiven Feuerwehrmänner ihren Austritt aus der FF Vitis. Kommandant Josef Redl erklärte die Freiwillige Feuerwehr Vitis für aufgelöst und stellte sein Amt zur Verfügung. Es darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die FF Vitis mit ihrer Führung in all den von der Zeughausfrage überschatteten Jahren den an sie gestellten Aufgaben (Einsätze, Übungen, Kursbesuche, usw.) so wie bisher nachgekommen ist. Eine von Bürgermeister Wallner für den 20. November 1968 einberufene Versammlung hatte den Zweck, die Vitiser Feuerwehr wieder voll einsatzfähig zu machen. Außer dem Bürgermeister nebst vier Gemeinderäten nahmen an dieser Zusammenkunft sieben nicht aus der Wehr ausgetretene Männer sowie einige von jenen Vitiser Bürgern, die von der Gemeinde eingeladen worden waren, teil. Der Bürgermeister erklärte, dass die Auflösung der Feuerwehr - in der Form wie sie stattgefunden hatte - lt. § 21 der geltenden Feuerwehrsatzungen nicht möglich sei. Vier Mann der eingeladenen Zivilisten meldeten sich zum Eintritt in die FF Vitis. Die Neubesetzung aller Führungspositionen der Wehr soll bei der JHV vorgenommen werden. Bis dahin wird ein Provisorium der FF Vitis vorstehen (prov. Kommandant und Kassier: Franz Trinko, Stellvertreter Ernst Kreutzer, Schriftführer Walter Brunner).

Die am 26. Dezember 1968 im Rahmen der JHV durchgeführten Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Kommandant Josef Redl, Stellvertreter Ernst Kreutzer, Kassier Franz Trinko, Schriftführer Walter Brunner. Drei weitere Neueintritte führten zu einer erfreulichen Erhöhung des Mannschaftsstandes. Bgm. Wallner begrüßte die erfolgte Reorganisation der FF Vitis.

Während des Jahres 1969 hatte die neue Wehr 5 Brandeinsätze und 4 technische Einsätze zu bewältigen. 2 Mann besuchten den Chargenlehrgang 1. Anlässlich der JHV 1969 berichtete der Bürgermeister über die bevorstehende Fertigstellung des neuen Zeughauses. Aus finanziellen Gründen musste die Anschaffung eines Fahrzeugfunkgerätes auf das Jahr 1971 verschoben werden.

Am 9. Juli 1970 erfolgte die Räumung des alten Zeughauses und der Umzug in den Neubau im Gemeindehof JHV am 26. Dezember 1970: Der Mannschaftsstand beträgt nun infolge von weiteren Neubeitritten 24 aktive Feuerwehrmänner. Einsätze 1970: 5 Brandeinsätze, 11 technische Einsätze. Mit 31. Dezember 1969 war das neue Gesetz über die örtliche Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen (NÖ FGG) in Kraft getreten und brachte eine Reihe von wesentlichen Veränderungen mit sich. Der Vereinsstatus der Feuerwehren wurde aufgehoben. Die Wehren sind Körperschaften öffentlichen Rechtes. Die Dauer einer Amtsperiode der gewählten Funktionäre beträgt nunmehr 5 Jahre (anstatt bisher 3 Jahre). Die Unterteilung eines Feuerwehrbezirkes erfolgte in Abschnitte. Diese setzen sich aus den Unterabschnitten (in der Regel die Feuerwehren einer der neu geschaffenen Großgemeinden) zusammen. Dienstgradabzeichen gleichen den des Bundesheeres, andere Bezeichnungen wurden eingeführt. Verpflichtend ist der Besuch von bestimmten Kursen um Funktionen in der Feuerwehr ausüben zu können.

Josef Redl legt sein Amt nach 10 jähriger Tätigkeit als Kommandant der FF Vitis nieder, mit dem Ersuchen, von einer Wiederwahl seiner Person Abstand zu nehmen. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Kommandant (Kdt.) mit dem Dienstgrad Brandinspektor (BI) Walter Brunner, Stellvertreter (Stv.) HBM Ernst Kreutzer, Verwalter und Schriftführer Franz Trinko. Josef Redl wurde auf Grund seiner Verdienste um die FF Vitis zum „Ehrenbrandinspektor" ernannt. Unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde die Finanzierung übernimmt, wurde am 25. Februar 1970 der Ankauf einer Schmutzwasserpumpe und eines Funkgerätes beschlossen. Die Lieferung der Pumpe erfolgte schon im März 1971, der Einbau des Funkgerätes in das LLF am 9. September 1971 in Tulln. Da nach Eingemeindung des Ortes Heinreichs in die Großgemeinde Vitis (1971) diese nunmehr 11 Feuerwehren in ihrem Gebiet stehen hat, kommt es in diesem Jahr zur Aufteilung in zwei Unterabschnitte (UA) 9 und 10 (UA-Kdt. 9: HBI Alois Nigischer, FF Kaltenbach; UA-Kdt. 10: HBI Josef Teitl, FF Heinreichs). Gemeinsam mit den Feuerwehren der Großgemeinde erfolgte der Ankauf von zwei „schweren Atemschutzgeräten". Diese wurden im LLF der FF Vitis eingebaut und stehen bei Bedarf sämtlichen 11 Wehren zur Verfügung.

Der Einsatzbereich der Feuerwehren wurde nach dem Inkrafttreten des NÖ FGG 1970 neu festgelegt. Einsätze dürfen ausschließlich im Gebiet der Großgemeinde durchgeführt werden. Darüber hinausgehende Hilfeleistungen können nur nach Anforderung durchgeführt werden. Vorgeschrieben (NÖ FGG) sind auch jährlich vorzunehmende Inspektionen im Beisein der Unterabschnittskommandanten und des Bürgermeisters. Abänderung der bisherigen Sirenensignale. Die im Jahre 1971 durchgeführten Übungen, auch zusammen mit den anderen Unterabschnitten, hatten Relaisarbeiten zum Schwerpunkt. Die Kursbesuche unserer Männer in der Landesfeuerwehrschule in Tulln nahmen zu. Auch einige Neubeitritte sind in diesem Jahr zu verzeichnen. Die Statistik 1971 weist aus: 1 Brandeinsatz, 24 technische Einsätze, 1 Hoch­wassereinsatz; Anzumerken bei den technischen Einsätzen ist, dass wohl ein großer Teil auf die Wasserversorgung (auspumpen, reinigen und wieder befüllen von Brunnen) entfiel, die Bergung von KFZ nach Verkehrsunfällen aber von Jahr zu Jahr zunahm.

Ab Herbst 1971 Teilnahme an den monatlichen Funkübungen der Abschnitte Waidhofen/Thaya und Dobersberg.

Die Einsatzstatistik zeigt wieder eine deutliche Schwerpunktverlagerung zu den technischen Einsätzen. 1 Brandeinsatz, 10 technische Einsätze. Neuer Mannschaftsstand: 34 Aktive, 12 Mann Reserve. Außer den notwendigen Anschaffungen von Schlauchmaterial, Branddienstbekleidung, Uniformen etc. konnten in diesem Jahr keine größeren Investitionen vorgenommen werden. Der Bezirksfeuerwehrtag 1973, verbunden mit den Bezirksleistungsbewerben, fand am 27. Mai 1973 in Vitis statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten die 11 Feuerwehren der Großgemeinde zusammen ein Parkfest mit Bierzelt und Vergnügungspark vom 25. Mai bis 27. Mai 1973 geplant

Nachdem die Vorbereitungen schon sehr weit getroffen worden waren, kam am 12. Mai 1973 ein vom Landeshauptmann angeordnetes Verbot aller Großveranstaltungen. Der Grund für diese Maßnahme war das Auftreten von Maul- und Klauenseuche in Niederösterreich. Erst nach Erlöschen der Seuche konnte der Bezirksfeuerwehrtag 1973 und die Bezirkswettkämpfe

einschließlich des Parkfestes in der Zeit vom 31. August bis 2. September 1973 durchgeführt werden. Der aus diesen Festlichkeiten erzielte Reingewinn soll auf Beschluss der 11 Feuerwehren als Rücklage für den notwendig gewordenen und im Ausrüstungsplan 1970 vorgeschriebenen Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges verwendet werden. Um die Alarmierung wirkungsvoller zu machen, kaufte die Gemeinde eine zweite Sirene an. Diese kam auf dem Arzthaus (Schremser Straße 5) zur Aufstellung. Infolge der Häufung von Einsätzen nach Verkehrsunfällen legte die FF Vitis einen größeren Vorrat von Ölbindemittel auf Lager. Statistik 1973: 5 Brandeinsätze, 10 technische Einsätze.

5. Mai 1974: Florianitag; neben der Messe in der Pfarrkirche, Aufstellung von Fahrzeugen und Geräten aller 11 Feuerwehren auf dem Hauptplatz. Das Parkfest 1974 fand vom 7. bis 9. Juni statt. Infolge der im Vorjahr aufgetretenen Mängel kam man überein, dieses Fest nur von der FF Vitis unter Einschaltung eines Festwirtes (Firma Böhmer, Veranstalter von Zeltfesten sowie auch Jagdmitpächter in Vitis) durchzuführen. Neben einer Spende der Firma Böhmer bestanden die Einnahmen aus dem Kartenverkauf und dem Reingewinn der von uns geführten Schnapsbude.

In das Jahr 1974 fällt auch der erste, allerdings gescheiterte Versuch eine Feuerwehrjugendgruppe aufzustellen. Statistik 1974: 2 Brandeinsätze, 16 technische Einsätze, 1 Hochwassereinsatz, Mannschaftsstand: 34 Aktive, 11 Reservisten.

Da sich der vorhandene 1,5 t Greifzug auf Dauer als zu schwach für manche Einsätze erwiesen hatte, beschloss die FF Vitis den Ankauf eines 3 t Greifzuges einschließlich Zubehör (50 m Seil, Bodenanker, Umlenkrollen u.ä.). Das Parkfest 1975 vom 17. Mai bis 19. Mai (Firma Böhmer & Reichel) brachte einen ansehnlichen Reingewinn. Der Termin zu Pfingsten schien sich zu bewähren und wird auch in Zukunft fix eingeplant. Zufolge des Verkaufs und Abrisses des Konsumhauses (Hauptplatz 34) musste die dort platziert gewesene Sirene abmontiert und auf dem Dach des Gemeindehauses angebracht werden.

Statistik 1975: 13 technische Einsätze, 3 Brandeinsätze, Mannschaft: 31 Aktive, 11 Reservisten. Aus der anlässlich der JHV am 27. Dezember 1975 dem NÖ FGG entsprechenden Wahlen der Ämterführer gingen BI Walter Brunner als Kdt. und HBM Josef Höfler als Kdt.- Stv. hervor.

Der Bürgermeister teilte mit, dass im Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss (auf Antrag von GR Walter Brunner) für den Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges gefasst wurde. Die Finanzierung dieses Vorhabens ist nur über eine Beteiligung aller 11 Feuerwehren zuzüglich eines Zuschusses der Gemeinde möglich.

Nachdem der UA-Kdt. HBI Alois Nigischer die im neuen FGG zwingend vorgeschriebene Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hatte, schied er aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Die am 12. Februar 1976 vorgenommene Wahl durch die Kommandanten beider Unterabschnitte brachte folgendes Ergebnis. UA-Kdt. 10: HBI Josef Teitl (FF Heinreichs); UA-Kdt. 9: HBI Franz Weber (FF Grafenschlag). Anlässlich einer Kommandantenbesprechung beider Unterabschnitte hinsichtlich eines von der Gemeinde verlangten Verzichtes auf die Zuwendungen für zwei Jahre um den Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges zu ermöglichen, kam es zu keiner Einigung (März 1976).

Die Vereidigung der Grundwehrdiener der in Allentsteig stationierten Bundesheereinheit am 30. April 1976 in Vitis war auf Anregung der FF Vitis (HBM Josef Höfler) zustande gekommen. Das Parkfest zu Pfingsten (21. - 23. Mai 1976) verlief so wie im bisherigen Rahmen. Da zusammen mit den anderen Wehren der Großgemeinde hinsichtlich der Finanzierung bei der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges kein positives Ergebnis erzielt werden konnte (März 1976), blieb diese große aber notwendige Investition der FF Vitis allein vorbehalten. Infolge von Auffassungsunterschieden im 'Hinblick auf die Größe (1000 Liter oder 2000 Liter Tanklöschfahrzeug) und dem Anschaffungszeitpunkt (1000 Liter sofort bzw. 2000 Liter Tanklöschfahrzeug erst in zwei oder drei Jahren möglich) eines Tanklöschfahrzeuges innerhalb der Wehr, wurde für den 14. Juli 1976 eine Mitgliederversammlung einschließlich des Bürgermeisters und Gemeinderates einberufen. Bei einer Abstimmung (Stimmzettel) sprach sich eine Mehrheit der Mitglieder der FF Vitis für den Ankauf eines TLF 2000 unter der Inkaufnahme einer mehrjährigen Wartefrist aus. BI Walter Brunner erklärte daraufhin die Verantwortung für diesen Entschluss nicht tragen zu können und stellte sein Amt zur Verfügung. Die bei der Mitgliederversammlung am 2. September 1976 vorgenommene bzw. notwendig gewordene Neuwahl erbrachte folgendes Ergebnis: Kdt. BI Josef Höfler, Stv. HBM Josef Frühwirt. Die Einsatz- und Übungstätigkeit der FF Vitis wurde durch diese Vorgänge in keiner Weise beeinträchtigt. Die alljährliche Inspektion durch den Bürgermeister und die UA-Kdten. sowie eine Großraumübung im Herbst fanden wie gewöhnlich statt.

7.1.1977 JHV - Statistik: 20 technische Einsätze, 3 Brandeinsätze, Mannschaftsstand 27 Aktive.

Da die Firma Böhmer & Reichel an unserem Parkfest kein besonderes Interesse erkennen ließ, wurde der Beschluss gefasst, dieses Fest zu Pfingsten 1977 in Eigenregie zu veranstalten. Großer persönlicher Arbeitseinsatz der Feuerwehrkameraden, allen voran der Kommandant mit den Führungskräften, ließ diese Veranstaltung zu einem großen finanziellen Erfolg werden. An Einsätzen waren 1977 zu verzeichnen: 17 technische Einsätze, 1 Brandeinsatz; Mitglieder: 31 Aktive, 11 Reservisten.

Das Parkfest 1978 soll mit dem 100jährigen Bestandsjubiläum der FF Vitis zu Pfingsten veranstaltet werden. Das neu mit Unterstützung der Gemeinde von der Firma Rosenbauer angekaufte Tanklöschfahrzeug 2000 auf Fahrgestell Mercedes mit 5-t-Vorbauseilwinde kam am 11. Mai 1978 zur Auslieferung.

Die Weihe dieses Fahrzeuges nahm der geistliche Rat Anton Zinsmeister im Rahmen des 100 Jahrjubiläums unserer Wehr zu Pfingsten 1978 vor. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete eine Defilierung der 20. F.u.B.-Bereitschaft auf dem Hauptplatz von Vitis. Die Rahmenveranstaltung war unser Parkfest 1978. Der Übungsbetrieb einschließlich der Funkübungen verlief so wie bisher. Neben 12 technischen waren 5 Brandeinsätze durchzuführen, bei welchen das neue TLF seine Bewährungsprobe ablegen konnte. Zur Trinkwasserversorgung wurde das Fahrzeug ebenfalls eingesetzt.

Gemäß NÖ FGG 1970 mussten am 5. Jänner 1980 Neuwahlen vorgenommen werden. Mit großer Mehrheit ist BI Josef Höfler als Kommandant und HBM Josef Frühwirt als Kommandant-Stv. wiedergewählt worden. Noch im selben Jahr kam es zu einem Wechsel im Unterabschnittskommando 9. Josef Höfler - nunmehr Hauptbrandinspektor (HBI) - trat die Nachfolge vom bisherigen UA-Kdt. HBI Franz Weber (FF Grafenschlag) an. Somit ist unsere Wehr wieder im Bezirksfeuerwehrkommando direkt vertreten.

Die geographische Lage von Vitis und damit verbunden der rasch zunehmende Straßenverkehr brachte eine gewaltige Steigerung an technischen Einsätzen mit sich. In den nun folgenden mehr als 20 Jahren unter dem Kommandanten von HBI Josef Höfler und BI Josef Frühwirt haben die Kameraden der FF Vitis unter großem Arbeits- und Zeitaufwand die Aufgaben, welche unsere Zeit an die Freiwilligen Feuerwehren stellte, immer erfüllen können. Nachstehende Auflistung aller seit 1979 getätigten Investitionen der FF Vitis mögen das Aufbauwerk veranschaulichen:

1979: Abschleppachse, Stromagregat.

1980: Kleinlöschfahrzeug (VW LT 35), das alte Löschfahrzeug (Opel) erwies sich als nicht mehr zweckmäßig.

1981: Ankauf eines weiteren Atemschutzgerätes, Ankauf einer neuen Tragkraftspritze.

1984: Kleinrüstfahrzeug (VW-LT 35) samt notwendiger Grundausrüstung (Bergegeräte nach Verkehrsunfällen), 2 Fahrzeugfunkgeräte, 2 Handfunkgeräte.

1986: 3. Atemschutzgerät.

1988: Einführung der „Stillen Alarmierung" (22 Pipser sowie je 1 Steuergerät für das Feuerwehrhaus und für den Gendermarieposten Vitis.

1989: Nach 3 -jähriger Beratung, Planung und Umbau wurde das neue Feuerwehrhaus (ehemalige Sägehalle des Palettenwerkes Lange Ges.mbH., nunmehr Gemeindebesitz) von der Gemeindeverwaltung in die Obhut der FF Vitis übergeben. Das alte Feuerwehrhaus im Gemeindehof entsprach längst nicht mehr den Anforderungen. Auf dem Schlauchturm (ehemaliger Sägespänesilo) wurden die 3. Sirene und die Antenne für die Funkfixstation Vitis angebracht. Ankauf eines weiteren Funkgerätes.

1990: Installation der Einrichtung für die zentrale Funksirenensteuerung. 1991: Ankauf von 3 Stück Atemschutzgeräten 200 bar.

1992: Abschleppanhänger mit Seilwinde.

1993: LKW mit Ladekran.

1994: Funkgerät für Kran-LKW.

1995: Montagekorb für Ladekran.

Zu allen diesen Großanschaffungen kamen selbstverständlich auch die notwendigen kleineren Einkäufe von Ausrüstungsgegenständen, Werkzeugen, Uniformen usw. Nicht zu übersehen ist der gestiegene Verbrauch von Treibstoff und anderen Betriebsmitteln. Ermöglicht wurde dieses Aufbauwerk durch das Entgegenkommen der Marktgemeinde Vitis unter dem Bürgermeister Dipl. Ing. Leopold Brunner und anschließend Bürgermeisterin Irmtraud Berger. Die FF Vitis erhält den Anteil an den jährlichen Zuwendungen der Gemeinde für die 11 Feuerwehren ihren Aufgaben entsprechend. Auch die Subventionen seitens des Landesfeuerwehrverbandes müssen in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Aber nur die Veranstaltung der Parkfeste (seit 1981 abwechselnd mit dem Sportverein jedes zweite Jahr), ab 1991 Hallenfeste (Lagerhaushallen in der Heidenreichsteiner Straße) ermöglichten die weitgehend problemlose Anschaffung von Fahrzeugen und Geräten, wie auch die Aufbringung der Mittel für den laufenden Betrieb. Ein weiteres finanzielles Standbein stellen die jährlichen Beiträge unserer zahlreichen unterstützenden Mitglieder dar. Dank gebührt auch all jenen freiwilligen Helfern, die durch ihre unentgeltliche Mithilfe bei unseren Veranstaltungen wesentlich zum Erfolg beitrugen. Hervorzuheben ist auch, dass die Kameraden der FF Vitis beim Bau des neuen Feuerwehrhauses ca. 2600 freiwillige Arbeitsstunden geleistet haben.

Dem damaligen Bürgermeister der Marktgemeinde Vitis, Herrn Dipl. Ing. Leopold Brunner, wurde 1989 als Anerkennung seines Eintretens für die Belange der Wehr anlässlich der Weihe des Feuerwehrhauses (verbunden mit dem Abschnittsfeuerwehrtag) die „Ehrenmitgliedschaft" der FF Vitis verliehen.

Schon seit 1978 ist der Gemeindearzt Med.Rat Dr. Leopold Döller als Feuerwehrarzt bei uns tätig. Als solcher führt er nicht nur die vorgeschriebenen regelmäßigen Untersuchungen der Atemschutzmänner durch, sondern hält auch Kurse für die SAN-Leute der Feuerwehren aus der Großgemeinde. Für unser Seelenheil sorgt als Feuerwehrkurat Kons.Rat Dechant Mag. Alfred Winkler. Der wiederholte Ankauf von Atemschutzgeräten weist darauf hin, dass dieser Sparte des Feuerwehrdienstes vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Moderne Baumaterialien, gelagerte Vorräte (Handelsdünger, Brenn- und Teibstoffe) machen die Verwendung solcher Geräte im Einsatzfall immer notwendiger. Voraussetzung für gefahrloses Arbeiten mit schwerem Atemschutz sind regelmäßige Übungen sowie jährliche Vergleichsbewerbe (seit 1986), bei denen die Vitiser Atemschutzmänner immer gute Ergebnisse nach Hause brachten.

Besondere Bedeutung kommt unserer Feuerwehrjugend zu. Nach Vorbereitungen im Jahre 1987 wurde am 6. Jänner 1988 eine Feuerwehrjugend mit 16 Mitgliedern aufgestellt. Die Betreuung dieser Feuerwehrjugendgruppe hatten LM Ewald Meixner und HFM Gerhard Zach übernommen. Die Überstellung der ersten vier Jungfeuerwehrmänner in den aktiven Feuerwehrdienst der FF Vitis erfolgte schon Ende 1989. Einige Kameraden, die aus der Feuerwehrjugend in die aktive Feuerwehr übergetreten sind, haben hier bereits Funktionen im Verwaltungsdienst und als Sachbearbeiter übernommen.

Dass die FF Vitis bei kirchlichen Feierlichkeiten und öffentlichen Anlässen nach außen hin in Erscheinung tritt, braucht nicht betont zu werden. Die Florianimessen auf dem Hauptplatz in Vitis sind zu feststehenden Einrichtungen geworden. Leider mussten wir aber auch so manchem Kameraden auf seinem letzten Weg das Geleit geben.

Wie sehr sich der Schwerpunkt der Einsätze verlagert hat, möge nachstehender Vergleich der Statistiken vom Jahr 1970 und 1990 belegen:

Jahr 1970: 5 Brandeinsätze, 11 technische Einsätze Jahr 1990: 3 Brandeinsätze, 97 technische Einsätze.

Kursbesuche, fast regelmäßige Teilnahmen an Gemeinde-, Abschnitts-, Bezirks- und Landesfeuerwehrwettkämpfen, Funkübungen mit fallweise Übernahme der Funkleitstelle sowie vorgeschriebene Übungen sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Sehr an Interesse gewinnen die seit 1993 jährlich einmal auf Bezirksebene durchgeführten „Allgemeinen Ausbildungsübungen", welche in ihrer Aufgabenstellung fast alle Gebiete der Feuerwehrausbildung umfassen.

Die Kommandantenwahl im Jahre 1995 verlief etwas schwierig. Hatte Kdt.-Stv. BI Josef Frühwirt schon ein Jahr zuvor erklärt, weder für die Funktion des Stellvertreters, noch für die des Kommandanten zur Verfügung zu stehen, so konnte HBI Josef Höfler nur mit großer Mühe dazu gewonnen werden, seine bereits erfolgte Wiederwahl zum Kommandanten (nach 19 Dienstjahren die bisher längste Funktionsperiode eines Kommandanten unserer Wehr) nochmals anzunehmen. Er behielt sich aber das Recht vor, während der laufenden Amtsperiode zurückzutreten, sobald ein Nachfolger aufgebaut sei. LM Gerhard Zach wurde zum Kdt.-Stv. gewählt. Er absolvierte in beachtenswerter Zeit alle vorgeschriebenen Kurse in der Landesfeuerwehrschule Tulln und trat am 4. Jänner 1998 die Nachfolge von HBI Josef Höfler als Kommandant der FF Vitis mit dem Dienstgrad Oberbrandinspektor (OBI) an. Zum Stv. gewählt wurde der bisherige VM Josef Binder. Bis zum Ende der Amtsperiode verbleibt HBI Josef Höfler noch als Kommandant des Unterabschnittes 9.

Dem neuen Kommando sei eine ebenso lange wie auch erfolgreiche Arbeitszeit im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr Vitis beschieden.

Josef Frühwirt, der 20 Jahre das Amt des Kommandanten-Stellvertreters bekleidet hatte, erhielt den Dienstrang eines „Ehrenbrandinspektor".

Liste aller Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Vitis von 1878 bis 1998

1878 bis 1881 RÖSSLER Josef (Heinrich ?)

1882 bis 1887 WALTENBERGER Ignaz

1888 bis 1890 MAYER Anton

1891 bis 1893 ZELLHOFER Wenzl

1894 bis 1896 HOFSTÄTTER Heinrich

1897 bis 1902 NIUHR Vinzenz

1902 HÖLLRIEGL Karl („Interimskommandant")

1902 bis 1905 ARTNER Josef

1906 bis 1914 HOFSTÄTTER Emmerich „Ehrenhauptmann"

1914 FISCHER Franz

1914 bis 1918 WALLNER Josef

1919 bis 1923 HAUBNER Lambert „Ehrenhauptmann"

1924 bis 1927 NECKER Leopold

1928 bis 1929 REDL Karl

1930 bis 1936 WINTER Karl

1937 bis 1940 RAUCH Leopold

1940 bis 1944 BAUER Ignaz

1944 bis 1945 BRUNNER Leopold

1945 bis 1947 MAREK Josef

1947 bis 1948 SCHARF Heinrich

1948 bis 1958 DRUCKER Franz „Ehrenkommandant"

1959 bis 1960 BUCHSBAUM Alois

1960 bis 1970 REDL Josef „Ehrenkommandant, EBI"

1970 bis 1976 BRUNNER Walter

1976 bis 1997 HÖFLER Josef

1998 bis lfd. ZACH Gerhard

Quellennachweis zu„ 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Vitis"

„Protokoll über Gemeindebeschlüsse" (Originalwortlaut!) - 1864-1889 „Stammliste der freiwilligen Feuerwehr Vitis" 1. Oktober 1878 - 1962

„Tagebuch für Einläufe, Meldungen und alle Vorfallenheiten bei der freiwilligen Feuerwehr

Vitis, Bez. Schrems" Feb. 1889 - Aug. 1902

Protokollbuch der FF Kaltenbach 1925 - 1970

Inventarbuch der FF Kaltenbach 1931 - 1977

Brandbuch der FF Vitis 1927 - 1974

Protokollbücher der FF Vitis: 1947 - 1965, 1966 - 1977, 1978 - 1986 Sitzungsprotokolle der FF Vitis ab 11.12.1986 - 17.01.1996

OSR Schadauer: „100 Jahre Feuerwehrverbände im Bezirk Waidhofen/Thaya" Vitiser Pfarrchronik (das Jahr 1852 betreffend)

„Vitis-unsere Heimat", Ausgabe 1991, Franz Marek: Auszüge aus „Der Bote aus dem Waldviertel", Jahrgang 1878

Pongratz/Tomaschek: Heimatkunde des Bezirkes Gmünd

„91 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Waidhofen/Thaya (Festschrift)" „850 Jahre Schrems" (Stadtgemeinde Schrems)

mündliche Berichte von EBI Josef Redl sen., Vitis.

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